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Geschichte

Aus der Geschichte der Eutinger Feuerwehr

In der bisherigen Eutinger Feuerwehrgeschichte wurde das Jahr 1822 als Gründungsjahr angenommen. Umfangreiche Forschungen vor allem im Gemeindearchiv lassen erkennen, dass sich die Geschichte eines geordneten Feuerlöschwesens weit zurück ins 18. Jahrhundert belegen lässt. Dennoch soll das einmal festgesetzte „Gründungsjahr“ beibehalten werden, da auch die früheren Hinweise nicht den genauen Zeitpunkt angeben, sondern „zufällig“ vorhandene Schriftquellen sind. 

Der Ursprung eines geordneten Feuerlöschwesens liegt, wie so vieles, im Dunkel der Geschichte. Dass es aber Regelungen und Vorschriften zur Verhütung von Bränden und zur Ausstattung der Orte mit sogenannten Feuerlöschinstrumenten gab, ist in Eutingen seit dem Jahre 1555 nachzuweisen.

Im Dezember 1826 wurde eine Feuerlöschordnung erlassen, die die bisher gezahlten Besoldungen und Vergütungen übernahm. Interessant ist auch, dass neben der Vergütung für die Einsätze der Pferde an der Spritze ein „Preis“ festgesetzt wurde. Derjenige, der als erster seine Pferde an die Spritze einspannte, erhielt zusätzlich 20 Kreuzer, der zweite bekam 15 Kreuzer als Belohnung für die Schnelligkeit. Im Jahr 1839 wurden diese Besoldungen verdoppelt. Für die Mannschaften erhöhte sich die Entschädigung von 10 auf 15 Kreuzer, der Rottenmeister erhielt 30 Kreuzer pro Einsatz.

Mitte des 19. Jahrhunderts...

...ging die Gemeindeverwaltung dazu über, für die Feuerwehr einen eigenen Aktenbestand anzulegen. Umfangreiche Bestände mit Feuerlöschordnungen von 1858, Inventarlisten, Mannschaftslisten und Wahlakten sind im Gemeindearchiv registriert. So lassen sich heute viele Details über alle Veränderungen in der Feuerwehr belegen. 

Im Jahr 1886 betrug die Sollstärke der Feuerwehr 122 Mann, tatsächlich waren 155 Männer im Alter zwischen 18 und 50 Jahren registriert. Die älteren Jahrgänge bildeten die Reservemannschaft. Nach dem Bau der Wasserleitung in Eutingen wurde 1907 die Sollstärke auf 100 Mann reduziert. Wer sich von der Pflichtfeuerwehr befreien lassen wollte, musste mit einem „Gesuch um die Dispenz von der Teilnahme an den Übungen“ gute, vor allem gesundheitliche Gründe vorbringen und diese durch Attest belegen. 

Während des ersten Weltkrieges waren die Männer zwischen 16 und 60 Jahren feuerwehrpflichtig. Die unbedingt notwendige Sollstärke betrug 48 Mann. Der Kommandant und die Rotten - / Zugführer wurden auf fünf Jahre gewählt. Den Kommandanten wählte die Steigerabteilung und die drei Zugführer der übrigen Abteilungen. Genau geführte Wahllisten geben heute Einblick in alle personellen Veränderungen im Laufe der Jahre.

Im Jahr 1931 kann man zum ersten Mal einen Hinweis auf einen Erlass zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr aus den Akten entnehmen. Der Gemeinderat fasste in seiner Sitzung vom 13. Juni 1931 unter dem Vorbehalt der Anhörung der bisherigen Feuerwehr den Beschluss, dass gegen die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr keine Einwände bestehen, da der Gemeinde keine weiteren Kosten entstehen würden. In diese Zeit fällt auch die Verpflichtung zur Zahlung einer Feuerwehrabgabe, die auf Beschluss des Gemeinderats vom 31. März 1939 auf sechs Reichsmark festgelegt wurde. 

Als erste große Anschaffung bestellte die Freiwillige Feuerwehr im Sommer 1937 bei den Magirus-Werken in Ulm eine Feuerwehrleiter mit zwölf Metern Steighöhe zum Preis von 1269 Reichsmark. Die Leiter konnte im Februar 1938 in Betrieb genommen werden.

Im Jahr 1942...

... erfolgte die Auslieferung der ersten Motorspritze "DKW TS 8" von der Firma Ziegler. Sie kostete mit allen Schläuchen sowie weiterem Zubehör rund 4500 Reichsmark. Die erste Neuaufstellung der Freiwilligen Feuerwehr nach dem zweiten Weltkrieg ist datiert im August 1946 unter dem Löschmeister Johann Teufel, Lammwirt. Löschmeister Anton Hörmann übernahm ab März 1948 die Feuerwehr. Sein Nachfolger war Johann Akermann, der von 1955 bis 1966 Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr war. Unter seiner Führung wurde die Feuerwehr mit dem ersten Löschgruppenfahrzeug mit Tragkraftspritze ausgestattet. Dies war ein LF8 /TS und wurde über das ortsansässige Autohaus Wehrstein beschafft. Das Fahrgestell war ein Opel Blitz und die feuerwehrtechnische Beladung lieferte die Firma Ziegler.

Mit der fortschreitenden Technik hatte sich die Feuerwehr, die ab 1966 von Anton Kramer geführt wurde, immer öfters zu befassen. Davon zeugt die detaillierte Aufstellung der Fahrzeuge und der übrigen Ausrüstung. Im Jahr 1972 wurde die Beladung des LF 8/TS mit zunächst drei Atemschutzgeräten ergänzt und die erste Schaumausrüstung der Wehr gekauft. Im Jahr 1977 kamen Geräte für die technische Hilfeleistung wie Schere, Beleuchtungssatz und Notstromaggregat hinzu.

Die Kommunalreform und die dadurch neugebildete Gemeinde Eutingen im Gäu brachte für die Freiwillige Feuerwehr eine grundlegende Änderung in der Struktur. Die früher selbstständigen Wehren der vier Ortsteile Eutingen, Göttelfingen, Rohrdorf und Weitingen wurde zu Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Eutingen im Gäu. Als erster Gesamtkommandant führte Romuald Seele aus Eutingen die Gesamtwehr. Nach seinem Tod übernahm Albrecht Teufel aus Göttelfingen das Amt. Seit April 2018 ist Tobias Plaz Gesamtkommandant der Feuerwehr Eutingen im Gäu.

 

 

Im März 1976...

...wurde Hans Kreidler zum Abteilungskommandant gewählt. In seiner Amtszeit wurde das Feuerwehrgerätehaus mit Schulungsräumen und Wohnung für den Bauhofleiter gebaut. In den Jahren 1980 bis 1984 leisteten die Feuerwehrmänner über 7000 Arbeitsstunden um dieses Dienstleistungszentrum für die Bürger zu verwirklichen.  Das neue Gerätehaus eröffnete der Wehr die Möglichkeit, während der Brandschutzwochen einen „Tag der offenen Tür“ zu veranstalten, der einerseits wegen der aktuellen Information und anderseits wegen der geselligen Verbundenheit mit der Feuerwehr gerne von der Bevölkerung angenommen wird und seit damals alle 2 Jahre stattfindet.  In diesem Zusammenhang wird auch großen Wert auf den vorbeugenden Brandschutz gelegt. Deshalb wird immer im Rahmen des „Tag der offenen Tür“ die Kindergärten und die Schule besucht. Ein besonderes Augenmerk hat die Feuerwehr Eutingen auf die Jugendarbeit. Schon seit dem Jahr 1972 hat es sich die Wehr zur Aufgabe gemacht Jugendliche auszubilden und für die kommenden Aufgaben im gesamten Aufgabenspektrum einer Feuerwehr vorzubereiten.

Im Februar 1988 übernahm Harald Beyerle als Abteilungskommandant die Abteilung Eutingen bis 1998. Dann übernahm die Leitung der Abt. Eutingen Helmut Seele und führte als Abteilungskommandant bis Ende 2007. Im Februar 2008 übernahm Tobias Plaz den Posten als Abteilungskommandant und führt die Abt. Eutingen bis zum Februar 2018. Seither ist Hubert Akermann der Abteilungskommandant.